Dr. Monique Stengel im BR, Wir in Bayern, 12.02.18

Trockene Haut

Trockener Haut fehlt es, insbesondere in den Wintermonaten,  in der oberen Hautschicht an Fettstoffen und Feuchtigkeit. Die Haut ist schuppend, rau und glanzlos. Menschen mit trockener Haut spüren oft Juckreiz, der nach dem Waschen verstärkt auftritt und ein Spannungsgefühl der Haut.

Ursachen trockener Haut können u.a. sein:

  • höheres Lebensalter, da die Talgdrüsen mit zunehmendem Lebensalter weniger Talg produzieren und die Haut weniger Feuchtigkeit speichern kann
    Umwelteinflüsse wie Hitze, Kälte, trockene Heizungsluft, Sonne, Wasser
  • falsche Pflegegewohnheiten z.B. durch zu häufiges, zu heißes Duschen mit übermäßiger Seifenanwendung. Gerade unser kalkhaltiges Wasser kann die Haut angreifen und ihr wertvolle Feuchtigkeit und Fette entziehen. Auch häufige Peelings reizen die trockene Haut, da sie wegen ihrer dünneren Hornschicht nicht so widerstandsfähig wie fettige Haut ist.
  • Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Schuppenflechte, Kontaktekzeme oder Fischschuppenkrankheit (eine genetisch bedingte Verhornungsstörung der Haut)
  • eine erbliche Veranlagung
  • innere Erkrankungen wie Diabetes mellitus (durch die diabetische Stoffwechsellage bedingte verminderte Talgdrüsenaktivität), Schilddrüsenunterfunktion, Leber-, Gallen- oder Nierenerkrankungen sowie Mangelerscheinungen wie z.B. Zinkmangel (vermehrter Zink-Verlust bei Durchfallerkrankungen, unzureichende Zinkaufnahme bei entzündlichen Darmerkrankungen, erhöhter Verbrauch in Schwangerschaft, Stillzeit oder bei Infektionen sowie Fehlernährung bei Alkoholismus)
  • psychische Erkrankungen, die mit einem Wasch- oder Putzzwang einhergehen
  • Medikamente wie Vitamin A-Säure oder wasserausschwemmende Tabletten

Im Winter macht der Wechsel zwischen der Kälte draußen und trockener Heizungsluft drinnen unserer Haut zu schaffen. Durch die Kälte verengen sich die Blutgefäße, unsere Haut ist dann schlechter durchblutet und bekommt weniger Nährstoffe und Sauerstoff. Bei Temperaturen unter 8 Grad Celsius stellen die Talgdrüsen ihre Talgproduktion ein. Kalte Winterluft enthält weniger Feuchtigkeit als warme Luft und wirkt daher zusätzlich austrocknend auf unsere Haut.

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Der Beitrage „Trockene Haut“ in Bayerischen Rundfunk in der Sendung „Wir in Bayern“ am 12.02.18

Tipps bei trockener Haut

Trockene Haut reagiert empfindlicher auf Umwelteinflüsse und braucht gerade im Winter mehr Schutz und Pflege in Form von Feuchtigkeit und Fett.

  • Rückfettende Cremes mit feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen wie Glycerin, Milchsäure und Harnstoff. Harnstoff allerdings nicht bei Kindern und nicht auf offenen Hautstellen anwenden, da er sonst brennt. Bei starkem Juckreiz Verwendung von Cremes mit Polidocanol, einem juckreizstillenden Wirkstoff. Verwenden Sie am besten gut verträgliche Cremes ohne mögliche Irritanzien wie Konservierungs- oder Duftstoffe und Emulgatoren. Wasser-in-Öl-Emulsionen mit einem hohen Fettanteil sind den Öl-in-Wasser-Emulsionen bei trockener Haut vorzuziehen. Cremen Sie sich lieber öfter dünn als nur einmal dick ein. Die beste Pflegewirkung können Sie unmittelbar nach der Hautreinigung erzielen.
  • Duschen und baden Sie nicht zu lange (Duschen max. 5-10 Minuten, Baden max. 20 Minuten), am besten ist kurzes und lauwarmes Duschen (die ideale Temperatur beträgt 32 bis 35 Grad Celsius) mit Verwendung von ph-hautneutralen synthetischen Waschsubstanzen oder Duschölen, die rückfettend wirken. Gewöhnliche Seifen sind meist zu alkalisch und greifen damit den Säureschutzmantel der Haut an. Verwenden Sie beim Baden medizinische Ölbäder.
  • Gegen trockene Heizungsluft hilft ein Luftbefeuchter. Dieser sollte aber unbedingt regelmäßig gewartet werden, da sich sonst Bakterien und Schimmelpilze ansammeln. Schimmelpilze können wiederum ein allergisches Asthma verursachen. Luftbefeuchter sollten außerdem nicht von Menschen mit einer Allergie gegen Hausstaubmilben verwendet werden, da sich diese optimal bei einer relativ hohen Luftfeuchtigkeit (ca. 80%) vermehren. 45 bis 55 Prozent Luftfeuchtigkeit sind optimal für ein gesundes Raumklima. Ein- bis zweimal täglich die Wohnung mit komplett geöffneten Fenstern für einige Minuten durchlüften (Stoßlüften).
  • Verwenden Sie im Gesicht eine Kälteschutzcreme bei längeren Aufenthalten im Freien bei Temperaturen unter 8 Grad. Tragen Sie die Creme dünn auf, verwenden Sie sie nicht täglich und waschen Sie sie nach dem Aufenthalt im Freien wieder ab. Denn zu dick aufgetragen und zu oft verwendet dichten Kälteschutzcremes unsere Haut zu stark ab (sog. Okklusiveffekt), die Haut kann dann nicht mehr richtig atmen, der Schweiß nicht mehr richtig verdunsten und so bildet sich eine feuchte Kammer, die einen optimalen Nährboden für Bakterien und Pilze darstellt. Der Name Cold Cream bedeutet nicht Kälteschutzcreme, sondern ist eine Bezeichnung für Cremes mit Bienenwachs und einem hohen Lipidanteil, die einen kühlenden Effekt auf die Haut haben.
  • Tragen Sie lockersitzende atmungsaktive Kleidung aus weichen Materialien wie Baumwolle oder Leinen. Je enger die Kleidung sitzt, desto mehr schwitzt man und desto höher ist der Wasserverlust über die Haut, raue Stoffe können die Haut noch zusätzlich reizen.
  • Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit, bevorzugt Wasser oder ungesüßten Tee, damit können Sie Ihre Haut von innen her unterstützen.
  • Verzichten Sie auf Rauchen, denn Nikotin verengt nicht nur die Blutgefäße und mindert damit die Nährstoffversorgung der Haut sondern vermindert auch die Feuchtigkeitsbindung in der Oberhaut.
  • Schützen Sie Ihre Haut, wenn Sie Reinigungs,- Lösungsmittel oder ähnliche hautirritierende Substanzen verwenden durch geeignete Schutzkleidung, insbesondere wenn Sie beruflich viel mit chemischen Substanzen zu tun haben.

Weiterführende Infos zu Neurodermitis finden Sie hier.